Montag, 1. Dezember 2014

Alles muss versteckt sein

Rezension


Autor: Wiebke Lorenz
Preis: 15,95 €
Seitenanzahl: 352
Verlag: Blessing Verlag
Leseprobe: >> gibt es hier << 






Auf „Alles muss versteckt sein“ von Wiebke Lorenz, bin ich nur durch Zufall aufmerksam geworden.
Das Cover mit den blutigen Händen fand ich eklig und auch das unten Thriller draufstand hat mich zunächst abgeschreckt. Irgendwann nahm ich es dann doch zur Hand und war von dem Klappentext gleich beeindruckt.
Die Aussage von Sebastian Fitzek auf dem Buchrücken überzeugte mich dann doch. Dieses Buch musste ich haben!

Inhalt:
Marie Neumann leidet unter Zwangsgedanken. Schon mehrfach hat sie Menschen grausam ermordet, zumindest in ihren Gedanken. Doch  dann erwacht sie in dem Blut ihres Freundes. Patrick wurde im Schlaf erst die Kehle durchgeschnitten und dann hat jemand mehrfach mit dem Messer auf ihn eingestochen.
Am Ende eines Gerichtsprozesses wird Marie als nicht Schuldfähig eingestuft und landet in der geschlossenen Psychiatrie.
Doch irgendwann beginnt sie sich zu fragen, ob sie es wirklich war, denn sie kann sich beim besten Willen nicht an die Tatnacht erinnern. Nur daran, wie sie in Patricks Blut wieder aufwachte. Und wie sie sich öfter vorgestellt hatte, ihn genau auf dieses Art und Weise zu töten.

Meine Meinung:
Am Anfang fand ich das Buch recht öde. Wie Marie in der Anstalt sitzt und ihren Tagesablauf runterrattert. Die nüchternen Erzählungen über ihre Mitinsassen, wie ihre Zimmernachbarin Susanne, die ihre beiden Kinder erst mit Schlaftabletten außer Gefecht setzte und sie dann in der Badewanne ertränkte. Interessant wird das ganze erst, als Hannah ihre neue Zimmernachbarin wird. Hannah ist Schizophren. Sie besitzt mindestens 10 Persönlichkeiten. Zwei davon sind Kinder. Luzy, eins davon überzeugt Marie, dass sie Patrick nicht getötet haben kann.
Marie tastet sich zusammen mit ihrem Psychiater Jan immer weiter an ihr altes Leben heran. Der Leser erfährt in den Sitzungen allmählich alles. Ihre Tochter ist vom Auto überfahren worden, was leider sehr vorhersehbar war. Hieraus folgt der Beginn der Zwangsgedanken.
Das Buch ist im Allgemeinen sehr detailliert beschrieben und sehr gut recherchiert.
Obwohl ich nicht sicher bin, ob diese Detailgenauigkeit so gut ist. Denn es kann einem dabei auch ganz schön mulmig zu Mute werden, z.B. als Marie beschreibt, wie einem Mitinsassen der Rotz aus der Nase auf sein Essen tropft und der einfach weiter isst.

Das Wichtigste sind selbstverständlich die Zwangsgedanken. Die Beschreibungen sind auch hier sehr detailliert und wirken mehr als echt!

„Die Bilder fluteten meinen Kopf, als wäre in mir eine Schleuse gebrochen: Ich, die Glasflasche in der Hand, wie ich mich zu Anton umdrehe und sie mit voller Wucht und ohne jede Vorwarnung auf seinen kleinen Schädel niedersausen lasse. Ein dumpfer Aufprall, dann ein Knallen, ein Krachen, ein Knacken, die Narbe an seiner Stirn platzt auf, eine triefende rote Wunde, Knochensplitter treten zwischen nass verklebten Haaren hervor, Blut spritzt herum, verteilt sich wie bei einem außer Kontrolle geratenen Rasensprenger über Wände, Decke und Boden der kleinen Küche, über Anton, über Jennifer, über mich selbst. Mit angstvolle aufgerissenen Augen starrt der  Junge mich an, ich hole ein weiteres Mal aus, schlage mit der Flasche unter sein Kinn, sodass sein Kopf nach hinten fliegt, ein zweites Knacken für sein gebrochenes Genick, bevor er rückwärts taumelnd gegen die Küchentür schlägt und langsam an ihr entlang nach unten rutscht.“ (S.97)

Letzten Endes bin ich sehr froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn nach den ersten 30 Seiten wird es dann doch sehr spannend und teilweise richtig gruselig.
Irgendwann hat man den Punkt erreicht, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte und verflucht innerlich alles, was einem beim Lesen dazwischenkommt, wie Arbeit oder Schule. Auch wenn man den Überblick innerhalb der Geschichte nie verliert, überrascht der Plot zum Schluss mit mehr als einer Wendung, die man niemals erwartet hatte.

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Super Rezi! Es klingt wirklich spannend, wobei die Beschreibungen doch etwas arg detailgetreu sind :S Da wird einem vermutlich schon ab und an schlecht. Aber vielleicht muss ich doch mal wieder zu einem Thriller greifen!

    Liebe Grüße
    Suselpi (Bücherträumerei)

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    1. Es ist zuweilen wirklich etwas heftig, aber gerade das hebt Wiebke Lorenz von der Masse ab. Ich hatte bisher keinen anderen Thriller in der Hand, der so detailliert beschrieben war. Es ist mal was anderes und wirklich spannend! :D Also ich lege ihn dir wärmstens ans Herz, wenn du dich abhärten möchtest ;)

      Liebe Grüße aus der Stöberecke

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