Dienstag, 17. März 2015

Elfentanz

Gedicht

Fröhlich dringt die Musik an mein Ohr
Es klingt wie ein glücklicher Engelschor
Ich laufe und laufe, ich will nur dorthin
Der Wald wird jetzt dichter, es hat keinen Sinn

Ach, komm doch, Oh, hilf mir, ich will sie nur sehn
Lachen und Weinen, erhört doch mein Flehn
Der Wald tut sich auf, ein Weg er erscheint
Ich lache und tanze, mein Auge es weint

Ich laufe und laufe, genau wie vorhin
Ich seh eine Höhle und schon bin ich drin
Ich sehe das Rauschen, ich lausche dem Licht
Es flattert ein Schmetterling, ich sehe ihn nicht

Die Höhle bricht auf, ich bin nun am Ziel
Ich schaue mich um, die Farben, so viel
Blumen, die strahlen, es drängt mich zum Tanz
Die Elfen so lieblich, im Haar einen Kranz

Ich geh einfach hin, ich lauf mittenrein
Ich möcht es so gern, es muss jetzt so sein
Ein Elf, er steht vor mir, er lächelt und winkt
Ich steh in der Mitte , von allen umringt

Ich tanze und feier, ich bin wirklich froh
Ach, könnt ich nur bleiben, dann wärs immer so
Er reicht mir ein Glas, ich nehme es schnell
Der Wein schmeckt so süß und ist ziemlich hell

Er hält meine Hände, ganz wild wir uns drehen
Ich drücke mich an ihn, kann sonst nichts mehr sehen
Seine Augen sie leuchten, die Lippen sie beben
Ich spüre nun wieder, was es heißt frei zu leben

Die Lippen auf meinen, so süß der Geschmack
Ich schau nur auf ihn, und den feinen Frack
So stark die Gefühle, doch sind sie auch wahr?
Ich bin mir nicht sicher, ich fühle nicht klar

Er lächelt und zeigt mir den Weg zurück
Ich wanke, ich geh nur ein ganz kleines Stück
Ich bin mir jetzt sicher, ich weiß es genau
Das Mädchen ist fort, ich bin eine Frau

Ich entscheide allein, ich habe die Wahl
Ich drehe schnell um und gehe ins Tal
Die Musik ist verklungen, die Elfen sind fort
Ich wirbel im Kreis, ein glücklicher Ort

Ich weine ganz leise und zittere schon
Ich spüre die Kälte, und hör keinen Ton
Kein Vogel, kein Reh, kein Hase in Sicht
Ich kann nichts mehr sehen, verloren das Licht

Warm wird die Luft, es glitzert der Wind
Ich fühl mich so leicht, fast wie ein Kind
Die Arme von hinten, sie halten mich sacht
Ich fühl mich so sicher, ich spür seine Macht

„Komm bleib hier bei mir und sei meine Braut!“
Der Gedanke erfreut mich und doch mir leicht graut
„Des Herzens Gedanken siehst du dann bald
Aus tiefster Verbundenheit, bleib bei mir im Wald!

Ich nehm dir die Schmerzen, ich lösche sie aus
Ich lasse dich lachen, nehm die Traurigkeit raus!
Keine Bitte wird ungehört sein, kein Wunsch unerfüllt sein
Frei wirst du sein und niemals allein, sag nur du bist mein!“

„Das alles klingt schön, und weiß ichs genau
Doch bist du dir sicher, willst mich zur Frau?“
„Du bist alles was ich mir jemals erträumt!“
„Mit dir hab ich nichts im Leben versäumt!“

Besiegelt das Bündnis, der Kuss, er war zart
Das Leben wird lustig und nie wieder hart
Ich lebe in Schlössern, die Menschen sind fort
Voll Harmonie sind die Elfen an jedem Ort

Die Tage voll Wonne, die Nächte voll Glanz
Der Tag wird gelebt, und nachts kommt der Tanz
Er schenkt mir das Glück, er schenkt mir sein Herz
Er nahm fort die Trauer, er nahm fort den Schmerz

Wir singen im Wald und tanzen dort froh
Unser Feuer es brennt dann lichterloh
Und wenn du uns hörst, dann suche das Tal
Wie ich hast auch du alleine die Wahl!


© Ronja Grage August 2013

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