Mittwoch, 10. Juni 2015

Shine

Rezension


Autor: R.A. Nelson
Preis: 14,95 €
Seitenanzahl: 352
Verlag: Ravensburger
Leseprobe: >> gibt es hier <<






Inhalt:
Frances führt ein ruhiges, normales – teilweise sogar langweiliges – Leben bei ihren Adoptiveltern. Doch dann steht eines Tages ein Anwalt bei ihnen vor der Tür und überreicht Frances einen Brief ihrer leiblichen Mutter.
Ich muss dich sehen. Bitte komm sofort. Wir müssen es zu Ende bringen.
Bald steht für Frances fest, sie muss die Frau besuchen, die sie zuletzt vor 11 Jahren sah… An dem Tag als sie ihre drei Schwestern verlor.
Ohne ihren Eltern etwas zu sagen, machen sich Frances und Nix, der Junge, den sie liebt, auf den Weg in die psychiatrische Einrichtung...

Meine Meinung:
Inhaltlich ist das Buch wirklich schwer zu beschreiben, da es viele schwerwiegende Themen gleichzeitig anspricht.
Wie einem Jugendbuch angemessen, werden die ersten Dinge, wie die Problematik der Todesstrafe zwar angesprochen, aber nur soweit erläutert, wie es für die Geschichte notwendig ist. Ich habe leider in letzter Zeit auch anderes erlebt. Zu viel Info ist nicht immer gut.
Nach und nach wird man tiefer in die Geschichte hineingezogen. R.A. Nelson versteht es dem Leser immer wieder kleine Happen aus Frances trauriger Vergangenheit hinzuwerfen und ihn so an die Geschichte zu fesseln. Ich habe beim Lesen nicht einen einzigen Punkt in der Geschichte gefunden, an dem ich das Buch wirklich hätte weglegen können. Eher das Gegenteil war der Fall! Wenn meine Mutter etwas von mir wollte, habe ich innerlich gestöhnt… und wenn es mir möglich war, habe ich das Buch weiterhin dabei vor mein Gesicht gehalten.  ;)
Nelson vermischt ein schrecklich, grausames Geschehen mit einer jungen Liebesgeschichte und der Suche nach der eigenen Identität.
Auch die Verarbeitung einer traumatischen Erfahrung spielt eine große Rolle. Diese Verarbeitung wird uns an Hand von einer sympathischen Protagonistin gezeigt. Frances ist eine junge Frau, die vor vielem Angst hat und viel Unsicherheit mit sich herumträgt. Typisch für Traumatisierte weicht sie ihren Mitmenschen so gut wie möglich aus und hat wenig Vertrauen. Umso überraschender ist es, dass sie sich mit dem neuen Mitschüler Nix anfreundet. Da bemerkt man schon die ersten Ansätze der Verarbeitung. Nix ist ein großartiger Charakter. Er lockt Frances aus ihrem Schneckenhaus und hilft ihr so gut er kann. Er ist zwar etwas durchgeknallt, aber glücklich und auch nicht perfekt. Was ihn allerdings perfekt für Frances macht. :D

Abschließend wirft dieses Buch die Frage auf, ob die Täter wirklich immer als Täter gesehen werden können… Vielleicht ist es ja auch nur die Verkettung unglücklicher Umstände, die zur Tat geführt haben… Oder die Täter sind psychisch nicht zurechnungsfähig…

Unbedingte Leseempfehlung!

Leider ist das Buch vom Verlag aus nicht mehr lieferbar. Aber es gibt viele tolle gebrauchte Angebote ;)

Kommentare:

  1. Oh, dieses Buch habe ich schon ewig in den Untiefen meiner Bücherregale. Bis eben wusste ich gar nicht mehr, dass ich es habe, aber als ich das Bild hier gesehen habe, kam die Erinnerung zurück :) Bis heute habe ich nicht reingelesen, aber vielleicht sollte ich es doch mal tun, wenn du es so gut fandest.
    Viele Grüße!

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    1. Es hat mich selbst auch sehr überrascht. Ich habe es irgendwann einmal geschenkt bekommen und wollte es eigentlich gar nicht lesen, von daher stand es nun mehrere Jahre in meinem Regal. Purer Zufall :D
      Hast du es inzwischen gelesen?
      Liebe Grüße,
      Bücherstöberecke

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