Donnerstag, 2. Juli 2015

Der Tag wird kommen

Rezension


Autor: Nina Vogt-Østli
Preis: 14,95 €
Seitenanzahl: 240
Verlag: Coppenrath
Leseprobe: >> gibt es hier <<


Oft kommt es anders, als man denkt.



Inhalt:
Der 15-jährige Hans Petter wird in der Schule gemobbt und getriezt. Sein größtes Problem hört auf den Namen Andreas.
Doch grade als alles ein schlimmes Ende zu nehmen scheint, erhält Hans Petter Emails von dem Mädchen Fera. Zunächst ist Hans Petter verwirrt, doch dann entwickelt sich zwischen ihm und dem unbekannten Mädchen eine rege Unterhaltung. Aber Fera ist nicht ganz dicht, ja verrückt sogar. Sie denkt, sie käme aus der Zukunft und könnte über ein uraltes Programm mit Hans Petter schreiben.
Als dann auch noch Hans Petters Lehrer anfängt zu nerven, wird ihm langsam klar, so kann es nicht weitergehen! Aber wie soll es weitergehen…?

Meine Meinung: 
Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil mich der Titel anzog. Als ich ihn in der Jugendabteilung entdeckte, dachte ich mir, klingt gut, lass mal den Klappentext lesen. Danach stand für mich fest, ich muss es haben. Diesen Wunsch hat mir dann ja die liebe Ronja, von Ronja’s grüner Bücherblog, erfüllt. Allerdings hatte ich etwas völlig anderes von der Geschichte erwartet. Damit ihr mich besser versteht, hier der richtige Klappentext:

„Das Leben ist hart, wenn du ganz unten bist. 
Wenn deine Mutter keine Zeit für dich hat.
Wenn dein Vater wünscht, du wärst nie geboren worden. 
Wenn der mieseste Schlägertyp der Schule dich auf seiner Abschussliste hat.
Wenn sie auf dich eindreschen, Tag für Tag, bis du wie ein zitternder Haufen im Dreck liegst. 
Doch eines Tages können sie sich nicht mehr zusammenrotten – und dann bist du am Zug. 
Eines Tages werden sie sehen, wer du wirklich bist, was du wirklich kannst. Wozu du fähig bist. 
Aber bis es so weit ist, musst du überleben.“

Für mich klang das wie die „typische“ Amoklaufvorgeschichte,  und das habe ich dann von dem Buch eigentlich auch erwartet. Nur das Problem, es kam nicht. Ich wartete innerlich die ganze Zeit auf den Moment, an dem Hans Petter sich eine Waffe besorgt und um sich schießt, doch schon bald wurde mir klar, das wäre nicht die Art und Weise auf die der Protagonist handeln würde. Hans Petter hat eigentlich keine guten Charaktereigenschaften. Er ist zwar höflich und auch nett zu seiner Mutter, aber tief im Inneren, denkt er ständig darüber nach, wie viel besser er ist. Er ist intelligenter und das Leben hält etwas Großes für ihn bereit. Dessen ist er sich absolut sicher.
Er denkt zwar einmal über die Möglichkeit eines Amoklaufs nach, doch verwirft den Gedanken sofort wieder, da er erstens keine Waffe hat und zweitens so etwas nur dumme Feiglinge tun.
Das ganze Buch kommt eher wie eine weitentfernte Erzählung daher und nicht wie ein typisches Buch, in das man sich fallen lassen kann.  Dadurch regt es allerdings mehr zum Nachdenken an, was wäre, wenn man in seiner eigenen Vergangenheit etwas ändern könnte. Welche Auswirkungen hätte das auf die Gegenwart? Und wenn man nun etwas anders tun würde, wie würde sich dadurch die Zukunft ändern?
Eingerahmt von einem angenehm lockeren Schreibstil, baut sich in der Geschichte zwar keine richtige Spannung auf, dennoch sind die Rahmenbedingungen so gemacht, dass die Handlung jemandem tatsächlich einfach so nebenbei mal passieren könnte. Es hat mich jetzt nicht zu 100% umgehauen, aber sehr gut unterhalten und es ließ sich ohne Probleme in einem Rutsch durchlesen. Also irgendwas hat mich dann doch an das Buch gefesselt, was genau vermag ich aber nicht zu sagen.

Ich glaube die Skandinavier haben es mit solch erschreckenden Gedankenspielen. Ich meine schaut euch Janne Tellers „Nichts“ an oder „Krieg“.
Auf jeden Fall ist „Der Tag wird kommen“ ein wirklich gut gemachtes Jugendbuch mit Reflektionsanspruch!

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