Samstag, 25. Juli 2015

Metamorphose am Rande des Himmels

Rezension


Autor: Mathias Malzieu
Preis: 8,99 €
Seitenanzahl: 160
Übersetzer: Sonja Finck
Verlag: btb
Leseprobe: >> gibt es hier <<





"Beim Singen öffnet man sich allen möglichen Gefühlen und vergisst darüber trotzdem nicht, den Ton zu treffen und einer Melodie zu folgen, oder?"
- "Ja..."
"Tja, beim Fliegen ist es genauso. Nur dass man keine Noten singt, sondern einer Partitur der Lust folgt."
- Seite 62

Inhalt:
Tom ist der schlechteste Stuntman der Welt. Doch trotzdem könnte er sich kein schöneres Leben vorstellen, als durch die Gegend zu ziehen und den Leuten seine Stunts zu präsentieren. Egal, wie oft er sich dabei auch weh tut.
Nach einem besonders schweren Sturz findet Tom sich im Krankenhaus wieder.
Die Diagnose: Krebs.
Tom verliert seine Freiheit... Doch grade als es aussichtslos scheint, trifft er auf die schöne Endorphina. Halb Mensch, halb Vogel verspricht sie Tom eines: Wenn ihre Liebe stark genug ist, kann sie ihn in einen Vogel verwandeln und ihm das Leben retten.
Doch kann Tom sich darauf einlassen?

Meine Meinung:
Mathias Malzieu hat erneut mein Herz erobert. Wie bei "Die Mechanik des Herzens" wohnt Malzieus Worten eine Melodie inne. Eine Harmonie, der sich der Leser nicht entziehen kann.
Die Schönheit der Worte geht mit der Erscheinung des Buches einher.
Benjamin Lacombe hat wieder ein wundervolles Cover entworfen.
Geschichte und Zeichnung gehen Hand in Hand.

Mit Tom als Protagonisten hat Malzieu einen unsicheren, aber freiheitsliebenden Charakter entworfen. Er hat Angst zu sterben, doch vor allem hat er Angst eingesperrt zu sterben. Und so kommt ihm Endorphinas Vorschlag gerade recht. Dennoch ist es schwer sich vollständig von seinem menschlichen Leben zu trennen und Tom weiß zunächst nicht, ob er diesen Schritt wagen soll.

Endorphina stellt in ihrer Person eine unglaublich phantastische Figur dar. Eine Vogelfrau, die des tags als Mensch herumläuft und sich des nachts in die Lüfte schwingt...

Ich denke, viele Menschen hatten schon einmal den gleichen Wunsch wie Tom. Sich einem Vogel gleich in die Luft zu erheben, verspricht eine Freiheit, die wir hier unten auf der Erde nur erahnen können. Jeder wünscht sich mal aus seinen festgeschriebenen Regeln ausbrechen zu können, einfach davonzufliegen und nie mehr zurückzukehren.

Aus diesem Gedanken heraus hat Mathias Malzieu einen wundervoll harmonisierenden Roman erschaffen, der sich dem Leser alleine schon durch die herausragende Sprache tief ins Leserherz gräbt.
Ein Gefühl von Freiheit umweht seine Nase und eine außergewöhnliche Liebesgeschichte dringt ihm ins Herz.

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