Donnerstag, 31. März 2016

Feuerrot

Rezension


Autor: Nina Blazon
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 505 
Verlag: Ravensburger
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„Die Frau ist von Natur aus anfälliger für die Verführung des Teufels. Frauen zweifeln viel schneller als Männer am wahren Glauben und sie hüten ihre Zungen nicht.“
- Seite 73

Inhalt: 
Magdalene, von allen Madda genannt, führt eigentlich ein ruhiges und beschauliches Leben als Magd der reichen Familie Humpis. Doch als ein Gast aus Italien auftaucht, spielt die Frauenwelt verrückt… Elisabeth, die junge Herrin von Madda, ist hin und weg von dem Fremden, doch Lucio flirtet nicht nur mit ihr… Als die Inquisition nach Ravensburg kommt, wird es für alle Frauen in ganz Ravensburg gefährlich…

Meine Meinung: 
Ich muss jetzt erst einmal loswerden, dass ich den originalen Klappentext des Buches schlecht gewählt finde. Deshalb habe ich ihn auch nicht hier übernommen!
Er verrät meiner Meinung nach ein wenig viel vom Inhalt, denn die dort beschriebene Gefahr, taucht im Buch erst nach der Hälfte auf. So wird einem das Lesevergnügen auf den ersten Seiten ein wenig genommen, da man nur darauf wartet, dass diese Gefahr auftaucht…
Auf der anderen Seite erzeugt dies eine zusätzliche Sogwirkung, da man eben die ganze Zeit darauf wartet und auf diesen Punkt zusteuert. Ihr versteht sicherlich, was ich meine.

Ansonsten ist dieses Buch eben ein typischer Blazon-Roman. Und ich liebe Nina Blazons Geschichten. Ihr Schreibstil ist wunderbar flüssig, und die Seiten fliegen immer nur so dahin.
Ihre Figuren sind unheimlich greifbar! Es fühlt sich beim Lesen so an, als würde man neben ihnen durch die Unterstadt Ravensburgs laufen, als würde man auf dem Ball der Familie Humpis mit Elisabeth und Beno übers Parkett wirbeln…

Von den großartigen Figuren abgesehen, haben wir hier auch eine fantastische Geschichte, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und sich aus verschiedenen Handlungssträngen zusammensetzt.
Vor allem Madda hat gleich mehrere Probleme… mehrere Verehrer, von denen sie keinen wirklich an   ihrer Seite haben möchte… eine todkranke Schwester, die sie am liebsten immer um sich haben möchte, was aber aufgrund ihrer Arbeit nicht geht… Und dann ist da dieser komische Mönch, der sie unverhohlen feindselig mustert…
Elisabeth hat Probleme mit ihren Gefühlen, die sie schon bald in große Schwierigkeiten bringen…
Hinzukommen die ganzen verschiedenen anonym getätigten Aussagen, die irgendeine andere Frau der Stadt als Hexe beschuldigen…

Das ganze Buch ist mit viel Liebe geschrieben und gestaltet... Die geschwungene Schrift der Kapitelüberschriften... Die sorgfältig ausgewählten kleinen Absätze vor jedem Kapitel, mal zu Zaubersprüchen, mal zur Hexenverfolgung oder einfach nur Gedanken, die wieder aufgegriffen werden... Diese Absätze passen sich einfach wunderbar in die Geschichte ein, da sie sich entweder auf das Kapitel davor oder das nun kommende beziehen.

505 Seiten scheinen auf einen Blick viel, doch beim Lesen an sich, ist es leider mal wieder viel zu wenig… Typisch Nina Blazon eben…

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