Mittwoch, 23. März 2016

Nebelkind

Gastrezension


Autor: Emelie Schepp
Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 
Übersetzer: Annika Krummacher
Verlag: Blanvalet
Leseprobe: >> gibt es hier <<


ER wurde gezeichnet. ER tötet. ER ist neun Jahre alt.


Inhalt: 
Schreckliche Alpträume verfolgen Jana Berzelius, seit sie denken kann. Woher sie kommen, weiß die junge Staatsanwältin nicht. Ihre Kindheit scheint wie aus ihrer Erinnerung gelöscht.

Doch dann wird der Mord an einem Jungen zum Schlüssel zu Janas Vergangenheit. Um jeden Preis muss sie die grausame Tat aufdecken – und stößt dabei auf das tiefe Dunkel ihrer eigenen Seele.

Meine Meinung: 
Zunächst muss ich sagen, dass dieses Buch wohl nichts für jeden ist…
Es ist unglaublich spannend! Hervorgerufen wird diese Spannung durch eine grandiose Verflechtung von mehreren Handlungssträngen, die nach und nach die komplette Grausamkeit hinter dem Buch aufdecken.
Aber… und an dieser Stelle zitiere ich Cilla & Rolf Börjlind, die Bestsellerautoren von „Die Springflut“:
„Diese Story packt dich von der ersten Seite an und lässt dich nicht mehr los. Stück für Stück empfängt dich eine kaum auszuhaltende Dunkelheit, in der das Böse im Menschen Schicht für Schicht enthüllt wird.“ 
Und genau dieser „kaum auszuhaltenden Dunkelheit“ musste ich als Leser begegnen. Dies ist auch der Punkt von dem ich ausgehe, er könnte manchen zu viel sein.

Der Aufbau des Thrillers ist große Klasse und der Schreibstil wirklich gut zu lesen. Doch keiner der Protagonisten scheint wirklich „normal“ zu sein. Bald erscheint einem jeder auf seine ganz besondere Art und Weise krank.

Zu Beginn des Buches geht es vorrangig darum, wer den Mord an einem Mann in seinem eigenen Haus begangen hat. Das Problem es sind Abdrücke von Kinderhänden auf dem Fensterbrett und der Mann scheint von unten erschossen worden zu sein. Alles deutet auf ein Kind hin, doch Kinder morden nicht einfach so. Außerdem hatte der Mann keine Kinder…
Schnell stellt sich heraus, dass dieser Mensch den Tod aus verschiedenen, meiner Meinung nach sehr kranken und bösen Gründen verdient hatte…
Auch das der tot aufgefundene Junge um den es im weiteren Verlauf geht, diesen Mann getötet hat, steht außer Frage, nur das Motiv bleibt weiterhin fraglich.

In all diesen Wirren lernen wir die Staatsanwältin Jana kennen, um die es als eine Art Hauptprotagonistin geht.
Sie kann sich nicht an ihre Kindheit vor ihrem 9.Lebensjahr erinnern und hat schreckliche Alpträume. Mir erschien es bald als leide auch diese eigentlich am „normalsten“ und liebe Person im Buch an einer Persönlichkeitsstörung.  Schon als Kind hat Jana gelernt eine perfekte Fassade nach außen hin aufzubauen. Das einzig komische ist, dass sie vernarbte Schriftzeichen im Nacken trägt…

Für mich als Leser waren es schrecklich viele Handlungsstränge auf einmal, die zwar alle verknüpft sind und auf ein großes Ganzes hinsteuern, aber sie sind alle durch sehr "kranke" Persönlichkeiten gekennzeichnet. Für mein Gefühl waren es irgendwann zu viele böse Menschen auf einmal. Es war der Punkt erreicht, als eine weitere Person hinzukam, die etwas schreckliches offenbarte, aufzustöhnen, weil es wirklich gereicht hätte.

Die ganze Geschichte ist einfach sehr komplex und auch ein wenig verworren, denn niemand in diesem Buch, aber auch wirklich niemand ist „normal“.

Dennoch fliegt man durch den angenehmen, weichen und sehr flüssigen Schreibstil nahezu durch die Seiten!

Ich würde sagen, es ist ein besonderes Buch für Thriller-Liebhaber, die nichts gegen viele kranke Menschen haben.
Also psychologisch gesehen, ist das Buch wirklich höchst interessant. Aber es ist eben auch viel auf einmal…


Gastrezension von Ira 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen