Sonntag, 26. Juni 2016

Das Vermächtnis von Granada

Rezension


Autor: Ulrike Schweikert
Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 512
Verlag: blanvalet
Leseprobe: >> gibt es hier <<


Auf phantastische Weise knüpft der zweite Band an den ersten an. 



Inhalt:
Von Justus endgültig getrennt, weiß Isaura nicht mehr, wo sie hingehört... In das alte renovierungsbedürftige Anwesen ihrer verstorbenen Großtante Carmen oder in die moderne Wohnung in München...?
In die Redaktion, wo sie als Journalistin tätig war oder an die Seite von Marco...?
Neben diesem Gefühlschaos muss Isaura auch noch lernen anzunehmen, wer sie selbst eigentlich ist. Mit Hilfe der Nonne Maria Anna kann sie zumindest einen Teil ihrer kastilischen Wurzeln entdecken.
Doch dann schlägt Marco vor, für Isauras Reportage durchs Land zu reisen. Begeistert folgt die junge Frau dieser Idee und findet sich bald nach einem erneuten Unfall nicht mehr in ihrer eigenen Welt wieder...

Meine Meinung: 
Wir finden uns wieder im wunderschönen Land Kastillien ein, um Isaura auf ihrem Weg zu sich selbst zu begleiten.

Zu Beginn des Buches scheint alles endlich gut zu werden, auch wenn Isaura sich nicht entscheiden
kann, ob sie in Kastilien bleiben oder zurück nach München reisen soll.
Ulrike Schweikert lässt der deutschen Journalistin viel Raum für ihre Gedanken und Gefühle, die diese selbst nicht ganz durchschauen kann.
Fest steht sie liebt ihren streuenden Kater Golondrino und ihren neuen Freund Marco, den Arzt der für Justus zuständig war.

Das Buch macht uns als Leser den Einstieg sehr einfach. Immer wenn wir etwas Hintergrundwissen aus dem ersten Band benötigen, versteht Ulrike Schweikert es mit wenigen Worten, die Geschehnisse wieder ins Gedächtnis zu rufen. So haben wir bei den doch recht umfangreichen historischen Begebenheiten - was ich an Ulrikes Büchern ja so liebe - keinerlei Probleme und im zweiten Band zurecht zu finden.

Der Prolog versetzt und sofort in die richtige Stimmung, denn wir wissen ja schon aus dem ersten Band, dass die Geschichte rund um Kastilien keine fröhliche und einfache ist.
Persönliche Dramen und Schicksalsschläge erwarten uns auch im zweiten Band, aber auch große Gefühle und die Liebe strecken ihre Arme nach uns aus.

Das besondere ist auch hier, wie schon in "Das kastilische Erbe" die Verknüpfung mit den Mysterien der Weisen Frauen... Später sollte man sie als Hexen bezeichnen und verbrennen, wovon Jimena ja bereits im ersten Band so einige Vorahnungen hatte. Der zweite Band steht hier in nichts nach.

Wir begleiten wieder die junge Hofdame Jimena und ihre Cousine Teresa durch das durch Kriege und politische Zwistigkeiten geprägte Kastilien. Isabel ist nun rechtmäßige Herrscherin und gedenkt diese Macht auch nicht zu teilen. Was zu einigen Streitpunkten führt, nicht nur mit den Adligen, sondern auch mit ihrem Ehemann Fernando von Aragon. Isabel soll Kastilien in eine goldene Zeit führen und ist wahrhaft eine starke und beeindruckende Frau, die sich eben nicht von dem doch angeblich stärkeren Geschlecht unterwerfen lässt.
Doch das Schicksal hat einige Steine für Isabel und ihre Hofdamen im Gepäck...
Doch auch Freunde... Wie Don Angelo, der Jimena immer öfter den Hof macht...

Auch hier schafft Ulrike Schweikert es meisterhaft Fiktion und Historie miteinander zu verknüpfen! Würde sie am Ende nicht immer erklären, wer tatsächlich gelebt und was tatsächlich geschehen ist, ich würde ihr alles genau so abnehmen...

Samstag, 18. Juni 2016

Das kastilische Erbe

Rezension 


Autor: Ulrike Schweikert
Preis: 9,99 €
Seitenanzahl: 608
Verlag: Blanvalet
Leseprobe: >> gibt es hier <<

Ein geheimnisvolles Buch, zwei außergewöhnliche Frauen - vom Schicksal vereint 



Inhalt: 
Solange Isaura denken kann quälen sie merkwürdige Träume... Nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Job und ihre Ehe leiden unter den nächtlichen Ausflügen... Isaura weint, schreit und schlägt im Traum um sich und dennoch sind es keine richtigen Alpträume... Sie fühlen sich an wie ein anderes Leben...
Als sie in einem Buch ihrer Redaktion ein Bild einer unbekannten Schönen entdeckt und Ähnlichkeiten feststellt, siegt ihre Neugier und sie beginnt über Spaniens Hofleben im 15.Jahrhundert
zu recherchieren. Bald stößt sie auf Isabel von Kastilien und durch den Tipp einer Buchhändlerin stößt sie in einem Antiquariat auf ein altes Buch, dessen Worte ihr seltsam vertraut erscheinen... So begibt sie sich auf die Spuren von Jimena, einer von Isabels Hofdamen. Doch in Spanien kommt sie nicht nur einem jahrhundertealten Geheimnis auf die Spur, sondern findet auch die Zweige ihrer eigenen Familiengeschichte...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist kein reiner historischer Roman.
Der Wechsel zwischen dem 15. und dem 21. Jahrhundert balanciert die Geschichte wunderbar aus. Darüber hinaus spielen hier aber auch einige mystische Elemente eine zentrale Rolle.

Die junge Hofdame Jimena verfügt über die Gabe des zweiten Gesichts. Sie hat Visionen und kann die Zukunft erahnen. So weiß sie schon früh, dass Isabel eine große Königin werden wird. Lange bevor diese überhaupt eine Ahnung davon hat, dass sie einmal den Thron besteigen wird. Doch ist auch das Schicksal nicht unabänderlich... Die richtigen Entscheidungen müssen getroffen, die richtigen Wege beschritten werden...

Und auch Isaura scheint eine gewisse Gabe zu haben. Als sie plötzlich in Spanien ein Haus erbt und von einer bisher unbekannten Tante erfährt, überschlagen sich die Ereignisse in ihrem Leben und schon bald kommt sie dem Grund für ihre merkwürdigen Träume auf die Spur.

Die Verflechtung zwischen Historie und Ulrike Schweikerts Fantasie ist mehr als gelungen. Ich bin immer wieder begeistert wie genau ihre Romane sich an der Wirklichkeit orientieren, wie genau für sie recherchiert wurde...

Isabell von Kastilien war eine beeindruckende Frau, die ich mir wirklich nirgendwo besser vorstellen
kann, als in einem Roman von Ulrike Schweikert. Ihre Geschichte wird hier mit so viel Wissen, so viel Liebe zum geschriebenen Wort erzählt...

Das Ränkespiel im alten Kastilien spielt eine zentrale Rolle und doch ist es nicht der Mittelpunkt dieses Buches. So erfahren wir als Leser wirklich viel über die Geschichte des Landes und doch spielt für Isaura etwas anderes eine Rolle.
Eigentlich geht es in diesem Roman darum seinen Platz in der Welt zu finden. Sein Zuhause...
Für Isaura ist dies nur möglich, da sie sich mit ihrem Ehemann zuhause in München zerwirft und darüber nachdenkt, ob ihre Ehe überhaupt noch eine Chance hat. Aber schon vorher war Isaura oft unruhig und nicht mehr richtig verankert in ihrem Leben als Journalistin. Die unerwartete Erbschaft verschafft ihr eine Auszeit vom Leben und schafft ihren Gedanken den Raum, um sich darüber klar zu werden, was sie will und wer sie ist.

Eine wirklich beeindruckende Charakterentwicklung präsentiert uns dieser Roman, sei es nun anhand von Jimena im 15.Jahrhundert oder anhand von Isaura im 21.Jahrhundert...

Die Verwebung von Historie und Magie... Ja, dies macht das Buch zu etwas wirklich großartigem.

Dienstag, 14. Juni 2016

Sonnenschein: Smeralda Dina

hinter jedem Namen verbirgt sich eine Geschichte


Indifferenza - Holocaust Memorial Milano

Smeralda Dina erblickte am 22.Juli 1855 als Tochter von Salomone Dina und Eleonora De Benedetti in Italien das Licht der Welt.
Viel ist von ihrem Leben leider nicht übrig geblieben. Die zum Zeitpunkt ihres Todes 88-Jährige war verheiratet mit Fausto Gallico. Zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung in ihrer Heimatstadt Aqcui Terme schien sie schon verwitwet zu sein. Über ihren Ehemann und mögliche Kinder ist leider nichts bekannt.


Smeraldas Leben in Freiheit endete am 17.Januar 1944. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verbrachte sie 13 Tage in Genua Gefängnis bevor man sie mit 600 anderen Menschen ins Milano Gefängnis brachte, wo sie am Morgen des 30.Januars 1944 in einem langen Güterzug (Konvoi Nr.6) zusammengepfercht wurden und das Gefängnis in Richtung Auschwitz verließen…
Unter ihnen vierzig kleinere und größere Kinder…
Aber auch alte Menschen…
Smeralda Dina ist mit ihren 88 Jahren die Älteste unter diesen zum Tode verdammten Menschen…
7 lange Tage sind sie unterwegs, vermutlich ohne ausreichend Essen und Trinken… Wahrscheinlich haben sie gefroren…
Ihre italienische Heimat Acqui Terme im Gebiet Alessandria sollte Smeralda Dina nie wiedersehen…
In solch einem Zug verließ Smeralda Italien für immer...

Als der Zug Auschwitz am 06.Februar erreichte, starben kurz darauf 500 der Zuginsassen in den
Gaskammern…
So auch Smeralda Dina… Die nichts verbrochen hatte, außer jüdischem Glaubens zu sein…

Montag, 13. Juni 2016

These Broken Stars - Lilac und Tarver

Rezension 


Autor: Amy Kaufmann, Meagan Spooner
Preis: 19,99 €
Seitenanzahl: 496
Übersetzer: Stefanie Frida Lemke
Verlag: Carlsen
Leseprobe: >> gibt es hier <<

Titanic zwischen den Sternen... 



Inhalt: 
Tarver hat keine Lust auf diese aristokratischen Partys, auf denen er selbst vorgeführt wird ein lächerlicher Schoßhund...
Tarver Merendsen... Kriegsheld... Und dennoch zählt er mit seinem Stipendium zur niedersten Unterschicht...
Er will schon vorzeitig das Blitzlichtgewitter der Fotografen verlassen, als ihm ein Mädchen in die Augen fällt... Wunderschön und einsam sitzt sie in ihrer Nische und betrachtet ihn. Lockt ihn zu sich...
Sie gefällt Tarver vom ersten Moment an... Doch sie gehören nicht zum selben Leben... Lilac La Roux ist die Erbin des reichsten Mannes der Galaxie... Was sie ihm auch schon bald demonstriert...
Als ihr Raumschiff die Icarus plötzlich abzustürzen droht, versucht Tarver ihr dennoch das Leben zu retten und strandet so auf einem fremden Planeten... Mit einem Mädchen, dass scheinbar jeden anderen Menschen der Galaxie lieber neben sich hätte...

Meine Meinung: 
Ich fange mal mit dem Offensichtlichem an: dem Cover!
Ein Traum... Mehr braucht man eigentlich schon nicht zu sagen. Es schimmert und scheint durch die Farbkombinationen zu leuchten... Lilacs blaue Augen erschienen mir ein wenig kühl, wohingegen Tarvers eine unglaubliche Wärme ausstrahlen. Damit passt sich das Cover herrlich der Geschichte im Inneren an.
Übrigens auch unter diesem Schutzumschlag ist das Buch ein wahrer Hingucker!

Die Geschichte an sich überzeugt nicht nur durch die beiden perfekt ausgearbeiteten Protagonisten, sondern auch durch eine durchgängige, nervenzerreißende Spannungskurve!
Die Story des Buches erinnert eine Zeit lang an "Titanic". Nur das hier der männliche Protagonist den "Untergang" überlebt :D

Der Schreibstil und Aufbau der Geschichte hat mich sehr überrascht. Diese doch recht grausamen Geschehnisse sind so locker und leicht beschrieben, dass die Seiten nur so dahin fliegen.
Der Wechsel zwischen Verhörschnipseln und Geschichte ist unglaublich angenehm beim Lesen. Eine völlig neue Sicht wird dadurch vermittelt. Nicht rundum aber dennoch mehr, als nur durch die Geschichte vermittelt werden würde.

Lilac, als Tochter des reichsten Mannes der Galaxie, darf keinen Kontakt zu Männern haben, da dies unschöne Folgen nach sich ziehen würde. Dennoch wünscht sie sich nichts anderes als Liebe... Sie wünscht sich, das andere sie so sehen könnten, wie sie eigentlich ist, und nicht so, wie sie sich geben muss...

Tarver, der Kriegsheld, würde ein einfaches Leben bevorzugen, anstelle dieses verschwenderischen Pomps der Oberklasse. Er hält nichts von reichen, Intrigen spinnenden Menschen und hält sich auch an Bord der Icarus lieber unten bei den anderen Soldaten auf.

Das grade diese beiden unterschiedlichen Persönlichkeiten den Absturz der Icarus zusammen in einer Rettungskapsel überleben, hat schon eine gewisse Komik.
Und die Suche nach weiteren Überlebenden auf dem fremden Planeten gestaltet sich nicht grade leicht, wenn der eine total genervt und der andere einfach nicht für dieses Leben gemacht ist.

Abschließend kann ich nur sagen, dass dieses Buch mich in eine Achterbahn der Gefühle gesetzt hat... Und das in Dauerschleife! Unerwartete Wendungen, eine gewisse Komik und nervenzerreißende Spannung... Das macht dieses Buch zu etwas besonderem!

Die letzten Seiten hinterlassen ein mehr als leeres Gefühl und ich bin ähnlich den Protagonisten ein paar mal dem Tode nahe...

Freitag, 10. Juni 2016

Ich träum von dir...

Rezension



Autor: Ellen Sommer
Als eBook momentan: 0,99 € als Einführungspreis, danach 2,99 €
Taschenbuch Preis: 10,95 €
voraussichtliche Seitenanzahl: 310
Verlag: Indie
Leseprobe: >> gibt es hier <<

Band 2 von "Voll erwischt"

„Wie war jetzt das Gespräch mit Oma?“
„Oh Gott, Lille, frag nicht!“, stöhnte er auf. 
„So schlimm?“
„Also die Inquisition im Mittelalter war harmlos dagegen, würde ich jetzt Mal sagen.“
- Seite 112


Inhalt: 
Das Leben könnte so perfekt sein… Chris und Lille sind endlich ein Paar… Sara und ihr Super-Jack sind glücklich… und die ganze Welt könnte sich friedlich in den Armen liegen… Nur leider ist das Leben nicht so einfach. Lille weiß immer noch nicht, warum sie ständig von dem Unfall träumt. Chris scheint ihr viele zu verschweigen und von der Geheimniskrämerei ihrer Oma wollen wir gar nicht erst anfangen.
Chris muss eine Entscheidung treffen und Lille weiß nicht, wie sie damit umgehen soll, egal wie er sich entscheidet…

Meine Meinung: 
Der Einstieg ins Buch hat mir richtig gut gefallen! Keine langen Erklärungen, was in Band 1 passiert ist und keine große Zeit zwischen Band 1 und 2.
Das Buch schließt nahtlos an den ersten Band an. Ich kann mir auch vorstellen, dass einige diesen Umstand bemängeln würden, aber mir hat es sehr gefallen, da ich so nicht erst nochmal den ganzen Inhalt des ersten Bandes in Kurzform lesen musste, sondern gleich komplett wieder in die Geschichte einsteigen konnte. Einige von euch wissen ja sicherlich bereits, dass ich einfach kein Fan von großen Rückblenden zu Beginn von Büchern bin.

Die Geschichte an sich ist wieder genauso locker und leicht zu lesen, wie bereits beim ersten Band. Nur der Inhalt an sich wird dieses Mal etwas schwieriger. Wo Band 1 viele offene Fragen lässt, setzt nun Band 2 an und erklärt diese. Dabei ist man als Leser manchmal aber nicht weniger verwirrt, als ohne Antwort.
Doch auch Band 2 beantwortet nicht alle Fragen gänzlich, sodass die Frage nach einem dritten Band schnell laut wurde! ;)

Lille und Chris haben es wirklich nicht leicht. Hinzu kommt nun auch noch, dass Chris sich wieder an seinen Motorradunfall erinnern kann. „Leider“ klärt dies keine Fragen, sondern wirft nur noch mehr in die Geschichte. Also an Dramatik und Dynamik fehlt es auch dieses Mal wirklich nicht!
Außer Lille und Chris haben noch ein paar andere Leute Probleme. Naja aber nicht nur Probleme.
Sara kommt dieses Mal wirklich in einige schwierige Situationen und dass kurz vor ihrem 18.Geburtstag… Aber es gibt für alles eine Lösung, man muss nur erst einmal die richtige finden!

Besonders gefreut habe ich mich, dass der etwas schüchterne Nerd Nils nun einen größeren Auftritt hat. Ellen hatte dies schon mal als Idee in den Raum geworfen und nun mitzubekommen, wie diese Idee einer wundervollen Geschichte gewichen ist, war für mich besonders schön.

Die Abwechslung zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und den Protagonisten macht einem das Lesen sehr angenehm und steigert zudem die Spannung, da man gedanklich doch unbedingt wissen möchte, wie es im vorherigen Handlungsstrang weitergeht!

Und endlich wird zumindest teilweise erklärt, was die Oma da eigentlich in ihrem geheimen Arbeitszimmer treibt, das Lille unter keinen Umständen betreten soll…

Wirklich gelungene Fortsetzung und ich bin gespannt, wie die Geschichte sich nun in Ellens Kopf weiterentwickelt und wann wir sie lesen können.

Dienstag, 7. Juni 2016

Hinter der blauen Tür

Rezension 


Autor: Marcin Szczygielski
Preis: 13,99 €
Seitenanzahl: 320
Übersetzer: Thomas Weiler
Verlag: Sauerländer
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"Immer erst anklopfen, bevor du irgendwo reingehst."
- Seite 68


Inhalt: 
Nach einem Autounfall liegt Lukasz Mutter im Koma... Der 12-jährige kommt zunächst bei seiner Nachbarin unter, doch bald droht der Weg ins Heim. Doch da taucht plötzlich eine merkwürdige Frau an der Tür auf und behauptet Lukasz' Tante zu sein. Ganz geheuer ist sie ihm nicht, vor allem da seine Mutter ihn nie von dieser Tante erzählt hat. Doch Lukasz hat keine Wahl und muss mit der Fremden in ihre alte, etwas heruntergekommene Pension an der Küste ziehen. Dort entdeckt der Junge allerdings etwas, das ihn ins größte Abenteuer seines Lebens zieht...

Meine Meinung: 
Am Anfang dachte ich, gut okay, einfache Sprache, kindliche Note. Na gut, der Protagonist ist schließlich auch erst zwölf Jahre alt.
Doch dann überrascht dieses Kinderbuch mit ungewohnten Satzbaukonstruktionen und vielen Schachtelsätzen.
Trotz dieser ungewöhnlichen Schreibweise, die mich sehr gereizt hat, habe ich leider keinen rechten Zugang zur Geschichte gefunden. Erst nach 100 Seiten hatte ich das Gefühl in dem Buch angekommen zu sein und Lukasz auf seiner Reise begleiten zu können.

Die Geschichte an sich entwickelte sich von interessant zu kurzzeitig langweilig, dann verwirrend und dann spannend... Leider fand ich das ganze auch dann teilweise sehr vorhersehbar und sowas stört mich dann doch etwas. Dennoch hielt mich irgendwas in der Geschichte und wenn es nur die wirklich schön klingende Pension von Lukasz Tante war. Ich persönlich finde alte, herrschaftliche Häuser ja total interessant. Ja, ich glaube das Setting der Geschichte hat mir am besten am Buch gefallen.

Was ich von Lukasz Tante und dem ganzen Ort Brzeg halten sollte, war mir zu Beginn nicht klar, ich wusste nur, ich würde meine im Koma liegende Mutter nicht alleine lassen wollen...
Lukasz tat mir vom ersten Moment leid. Durch einen Unfall aus seiner gewohnten Umgebung gerissen, fort von seinen Freunden, in eine merkwürdige Pension zu einer noch merkwürdigen und zudem auch noch fremden Tante gesteckt... Wo er auch noch bedroht und beinahe verprügelt wird...

Wie ich schon zu Beginn meiner Rezension schrieb, kam ich nicht sehr gut in das Buch hinein. Mag daran liegen, dass es für mich sehr unstrukturiert schien. Es wurde immer wieder ein Fetzen hingeworfen und dann wurde doch von etwas völlig anderem erzählt. Die Schachtelsätze machten dieses Wirrwarr für mich nicht leichter. Hier glaube ich, könnte es grade für jüngere Leser ähnlich problematisch sein. Ich könnte mir vorstellen, dass diese dabei schnell die Lust am weiterlesen verlieren. Dies sei aber nur eine Vermutung von mir.
Nach den 100 Seiten, die ich brauchte, um in die Geschichte zu kommen, wurde es aber schlagartig besser. Die Geschichte bekam plötzlich Fahrtwind. So etwas wie Spannung kam auf!
Auch der Schreibstil schien eine Wende zu machen. Weniger Schachtelsätze, mehr Plastizität durch die Wörter...

Lukasz gerät in eine Fantasywelt und stolpert gleichzeitig und größte Abenteuer seines Lebens, aber wenn ich dazu zu viel verrate, würde ich euch mehrere Seiten des Lesens vorwegnehmen...
Nach 200 Seiten wird das Buch sogar etwas gruselig. Ab da war ich dann doch sehr gefesselt!
Und tatsächlich gewinnt das Buch wirklich immer mehr an Fahrt!!! Die Geschichte platzt nachher vor Spannung, doch das Ende... Okay, es gibt ein Ende, aber irgendwie auch nicht... So eine Art offenes Ende... Mag ich persönlich nicht soooo sehr.

Allerdings verstehe ich jetzt nach dem Lesen, warum das Buch mehrere Auszeichnungen hat.
Eigentlich schade, dass ich zu Beginn so große Probleme damit hatte.

Und jetzt geh ich die Silberwelt suchen...
Einfach 7 Minuten an die Tür klopfen... Aber ob euch gefällt was ihr das sehen werdet... Überlegt es euch gut...

Freitag, 3. Juni 2016

Drei Steine (Graphic Novel)

Rezension 


Autor: Nils Oskamp
Seitenanzahl: 
Preis: 19,99 €
Verlag: Panini
Verlagswebsite: >> hier lang <<
Website zum Buch: >> hier lang <<
Mehr Infos zur Schulausgabe: >> diesen Weg entlang <<

Ich sagte meine Meinung gegen Nazis, das hätte mich fast umgebracht…

Dies ist keine einfache Geschichte…
Denn sie ist wahr…
Aber auch wenn sie es nicht wäre… sie wäre dennoch nicht einfach…
Eine Geschichte über Gewalt und Menschenhass kann niemals einfach sein…

Nils Oskamp hatte keine einfache Jugend… Als Schüler kämpfte er um sein Überleben und wollte dabei nicht selbst zum Täter werden. Eine starke Botschaft!
Wie handelt man, wenn jemand auf einen schießt? Ist man sauer? Klar! Will man man sich wehren? Auf jeden Fall… Doch wie?

In unserer heutigen Zeit ist Gewalt leider ein häufiger Gast an Schulen. Viele schauen weg oder wollen es nicht wahrhaben… Man bekommt Sprüche wie „Bei uns gibt es kein Mobbing!“ oder „Gewalt? Nicht an unserer Schule!“ Dabei wissen die Schüler und auch die Lehrer, dass diese Aussagen meist nicht stimmen. Doch es ist einfacher wegzuschauen, anstatt sich einzumischen. Viele
haben auch Angst, dass diese Welle der Gewalt auf sie selbst überschwappt, wenn sie jemandem helfen, der in Gefahr ist.
Ähnlich ergeht es Nils in seiner Schulzeit. Er will nichts mit den Neonazis an seiner Schule zu tun haben. Er geht ihnen aus dem Weg, doch als einer seiner Mitschüler behauptet, dass Auschwitz nie existiert hätte, dass dies eine reine Propagandalüge der Besatzungsmächte war, um deren eigene Kriegsverbrechen zu vertuschen, mischt sich Nils ein.
Als ich dies las, dachte ich, richtig so! Hätte ich auch getan. Doch nach dem Beenden der Graphic Novel bin ich mir sicher, dass es schrecklich ungesund ist. Und doch würde ich in so einer Situation handeln wie Nils. Nicht daran denken, wie gewaltbereit die rechte Szene ist…

Noch heute blüht und floriert die rechte Szene stark. Man schaue sich nur einmal das Wahlprogramm der AfD an… Aber das ist eigentlich ein anderes Thema. Ich möchte hier auch nicht zu sehr in die Politik rutschen.

Schon damals war die Rassenideologie der NSDAP sehr reizvoll. Wer will nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er in der richtigen „Rasse“ geboren wurde, etwas Besonderes sein? Einfacher geht es doch nicht… Man muss in seinem Leben nichts erreicht haben… Es reicht Deutscher zu sein… Arier…

Nils Oskamp schildert mit beeindruckenden und ausdrucksstarken Bildern, wie er sich zu Wehr setzte und wie er es schaffte heil aus der Schule herauszukommen.
Schon zu Beginn der Geschichte war ich geschockt… Es wird hingenommen, dass Neonazis ihr Gedankengut an der Schule verbreiten, aber Comics waren verboten… Diese würden zur Verrohung der Schülersprache führen… Ich frage mich, was da wohl schlimmer ist… Das Problem liegt bestimmt an der Verrohung der Sprache… Bestimmt…

Oskamp hat denke ich ein beeindruckendes Werk geschaffen, dass Jugendlichen mehr bringen wird, als die ständigen Vorträge und Erläuterungen der Erwachsenen. Denn wenn ich einmal ganz ehrlich bin, die Behandlung der Thematik rund um die rechte Szene wird in der Schule entweder sehr kurz oder wirklich langweilig behandelt. Zumindest war es bei mir so. Ich habe mich selbst des Öfteren ertappt, wie ich meinem Lehrer nicht mehr gefolgt bin, sondern etwas anderes im Kopf hatte.
Dies konnte ich auch bei meinen Mitschülern und bei Freunden aus anderen Schulen beobachten. Das dann bald Witze auf dem Schulhof kursierten, wie „der einzige Unterschied zwischen einem Juden und dem Weihnachtsmann sei die Richtung im Kamin“ tat tief im Herzen weh…

Ich denke, „Drei Steine“ hat nichts mit solchen Unterrichtspassagen zu tun. Im Gegenteil durch die gekürzte Schulausgabe, kann diese Graphic Novel die Schüler wirklich wach rütteln. Mit Büchern und Bildern beschäftigt man sich eben doch mehr, als wenn man nur den Worten eines anderen zuhört, während man selbst schon an den Weg nach Hause denkt.

Allerdings lohnt sich meiner Meinung nach, die vollständige Ausgabe aus dem Panini Verlag noch ein bisschen mehr als die Schulausgabe. Mit fast 20€ ist diese für den Unterricht vermutlich zu teuer, doch darin sind einige sehr ausdruckstarke Bilder enthalten, die in der Schulausgabe durch eine Textfassung ersetzt worden sind. So erfährt man zwar in beiden Ausgaben die vollständige Geschichte, doch Oskamps Bilder brennen sich doch mehr ins Gedächtnis ein, als diese Textblöcke.

Auch das Cover des Panini Verlags gefällt mir ein kleines bisschen besser. Im Grunde ist es zwar dasselbe Bild. Doch die gebundene Ausgabe trägt den Titel im selben Rotton, wie Nils Blut auf dem Bild. Interpretationstechnisch lässt dies viel zu. Ich werde mich hier mal zurückhalten, doch mir gefällt diese Botschaft einfach besser. Besonders beeindruckend finde ich hier, den Schatten des Hakenkreuzes…
Eine wirklich beängstigende und grausame Geschichte… mit so viel Inhalt… Und so wichtig…

Warum sie „Drei Steine“ heißt, müsst ihr selbst herausfinden… Nur so viel… Die Juden haben diesen schönen Brauch kleine Steine auf die Gräber ihrer Toten zu legen… Beeindruckend… Meine Steine liegen in Neuengamme… in Bergen-Belsen… und bisher nur gedanklich in Auschwitz… Irgendwann auch in der Realität…



Ich war beim Lesen froh, zu wissen, nicht alleine in diesen Bildern zu verschwinden… Arndt von AstroLibrium war mir dicht auf den Fersen und wusste, wenn ich falle, fängt er mich auf…
Und Arndt platzierte den Gedanken eines vierten Steines in meinem Herzen…
Warum könnt ihr hier bei ihm lesen:

https://astrolibrium.wordpress.com/2016/06/02/graphic-novel-drei-steine-von-nils-oskamp/

Mittwoch, 1. Juni 2016

Sternenwald

Rezension


Autor: Julie Heiland 
Preis: 16,99 €
Seitenanzahl: 384 
Verlag: Fischer FJB
Leseprobe: >> gibt es hier <<






Inhalt: 
Der Kampf um die Freiheit der Leonen geht in die nächste Runde! Robin muss nicht nur für die Sicherheit ihres Stammes kämpfen, sondern auch um ihre Liebe… 
Ihr ist die Flucht aus Birkaras Fängen gelungen, doch Emilian geriet in Gefangenschaft, damit sie entkommen kann. Robin weiß, dass ihr Vater jeden töten wird, der ihr etwas bedeutet, sollte sie sich nicht stellen. Doch das kommt überhaupt nicht in Frage! 
Der einzige, der sterben soll, ist Birkaras! Und Robin will ihren Stamm retten! Und Emilian! 
Also auf zu den anderen Sternenstämmen…

Meine Meinung: 
Schon vor dem Lesen hatte ich das Gefühl, gleich losheulen zu müssen... Alleine der Gedanke an die letzte Seite ließ mich innerlich vor Kummer vergehen. 
Wisst ihr, wenn man etwas wirklich ins Herz geschlossen hat, dann will man einfach nicht das es endet... 

Beim Lesen durchlief ich ein Wechselbad der Gefühle! Von Schreien und weinen, bis verzückt Lächeln und "Ooooohhhh"-Rufen war alles dabei. 
Julie hat mich öfter schockiert und mein Herz zum Stillstand gezwungen! Also wirklich, was ihren Schreibstil betrifft, passt er für mich genauso gut, wie der von Kiera Cass! Einmal angefangen, kann ich nicht wieder aufhören und muss die ganze Geschichte in einem Rutsch durchlesen...! Was ich auch getan habe... *grins* 

Allerdings gab es auch einen Punkt in der Geschichte, wo ich dachte, wieso tötet ihr die nicht einfach?! 
Emilian ist im dritten Band viel weicher als im ersten Band, dachte ich eine Zeit lang zumindest. Mit weicher meine ich nicht nur, dass er für Robin keine Pflanzen zertritt, sondern eher dass er seine Fähigkeiten nicht benutzt... Allerdings war dieser Gedanke schon 10 Seiten später wieder verschwunden! ;) 
Emilian ist einfach großartig! Und würde für Robin sein Leben geben! Und er würde sie niemals verraten! Auch wenn Birkaras ihm dann sein Leben lassen würde...

Und Robin verstrickt sich stark in ihren Gefühlen. Sie muss ihren Stamm retten, sich selbst und Emilian... Bleibt dabei aber so nachvollziehbar für den Leser, wie selten eine Figur in ihren Entscheidungen! 
Was stimmt ist, dass jeder unserer geliebten Charaktere eine starke Wandlung durchgemacht hat. 
Die Bösen... Na... Die bleiben einfach böse... Werden vielleicht sogar noch böser... 

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite... Und jetzt geh ich heulen, weil es zu Ende ist... Und weil ich echt erschöpft bin vom Lesen... So viele Gefühle... So viel Spannung... 

Emilian... Ich liebe dich... (Ja, ich weiß, ich bin verrückt :D ) 
Obwohl Lysander auch ganz nett war… *grins*