Montag, 2. April 2018

Ich liebe das Leben viel zu sehr

Rezension 


Autor: Mathias Malzieu
Preis: 16,00 €
Seitenanzahl: 224
Übersetzer: Sonja Finck
Verlag: carl‘s books
Leseprobe: >> gibt es hier <<




Inhalt:
Mathias Malzieu, Rockmusiker und Romanautor, erzählt von dem Jahr, in dem er beinahe an einer lebensbedrohlichen Krankheit gestorben wäre. Nach einem Schwächeanfall wurde bei ihm eine seltene Autoimmunkrankheit festgestellt, die sein Knochenmark beeinträchtigt, sodass er nur noch durch wöchentliche Bluttransfusionen am Leben gehalten werden kann. Von einem Tag auf den anderen ist er aus seinem Alltag herausgerissen und muss auf die Isolierstation. Das Einzige, was ihm bleibt, ist die Kunst des Fabulierens und die feine Beobachtung, wie es sich anfühlt, wenn der Tod plötzlich anklopft. Schonungslos ehrlich, aber auch voller poetischer Bilder und mit seinem ganz eigenen Humor beschreibt Malzieu, wie er zwischen Leben und Tod schwebte und sich seine Perspektive auf die Bedeutung des Lebens in dieser Zeit vollkommen verändert hat. Nach einem Jahr voller Hoffen und Bangen gelingt schließlich eine Knochenmarkstransplantation. Das Jahr seiner Krankheit sieht Malzieu rückblickend als größtes Abenteuer an, das ihm geholfen hat, sein Leben als einzigartiges Geschenk anzunehmen und täglich neu zu feiern.


Meine Meinung:
Mathias Malzieu hat mich schon so oft verzaubert... „Die Mechanik des Herzens“ (>>Rezension hier<<) war ein Zufallsgriff im Buchladen... Doch die Worte, die Emotionen... Es war so wundervoll! Von da an hatte mich Malzieu komplett in der Hand. Jedes neue Buch von ihm stand kurz nach dem Erscheinungstermin im Buchregal. Ich kann mir ein Lesen ohne ihn nicht vorstellen...

Als ich nun dieses Buch entdeckte, war ich zunächst geschockt. Einer meiner liebsten Autoren war krank... war kurz davor zu sterben...
Und doch hat er nicht aufgegeben...
Er hat mit diesem Buch etwas sehr persönliches geschaffen und sich die Kraft seiner Worte zunutze gemacht.

Malzieu geht in diesem Buch sehr offen mit seiner Krankheit, seinen Gefühlen um. Er klammert sich an die Worte, die ihm so viel bedeuten. An seine Musik mit seiner Band! An seine Freundin...

Es ist sicherlich kein Buch für jeden. Ich habe schon von vielen gehört, sie fanden seine Schreibweise dieses Mal zu kalt und distanziert. Ich finde, man darf hier aber auch nicht vergessen, dass er über sich selbst schreibt.
Er schreibt nicht über die Probleme einer erfundenen Person... Er schreibt nicht über den Zauber der Liebe... Er schreibt über eine Krankheit, die ihn selbst hätte das Leben kosten können...
Und alleine wegen seiner Offenheit und weil er nicht aufgegeben hat, verdient dieses Buch und der Autor selbst großen Respekt...!