Mittwoch, 11. April 2018

Sleeping Beauties

Rezension 



Autor: Stephen & Owen King
Seitenanzahl: 960 
Preis: 28,00 €
Übersetzer: Bernhard Kleinschmidt
Verlag: Heyne
Leseprobe: >> gibt es hier <<











Klappentext: 
Die Welt sieht sich einem faszinierenden Phänomen gegenüber. Sobald Frauen einschlafen, umhüllt sie am ganzen Körper ein spinnwebartiger Kokon. Wenn man sie weckt oder das unheimliche Gewebe entfernen will, werden sie zu barbarischen Bestien. Sind sie im Schlaf etwa an einem schöneren Ort? Die zurückgebliebenen Männer überlassen sich zunehmend ihren primitiven Instinkten. Eine Frau allerdings, die mysteriöse Evie, scheint gegenüber der Pandemie immun zu sein. Ist sie eine genetische Anomalie, die sich zu Versuchszwecken eignet? Oder ist sie ein Dämon, den man vernichten muss? Schauplatz und Brennpunkt ist ein kleines Städtchen in den Appalachen, wo ein Frauengefängnis den größten Arbeitgeber stellt.

Meine Meinung: 
Ich muss gestehen, dass ich von King eigentlich nicht besonders viel gehalten habe bisher und auch nicht sonderlich viel von ihm gelesen habe. „Es“ war eigentlich bis jetzt das einzige.
Mein Bruder hingegen hat glaube ich fast jeden King gelesen. Vielleicht hat er mich deshalb nicht so doll gereizt. Abgrenzung unter Geschwistern... ;)

„Sleeping Beauties“ klang nun aber von Klappentext wirklich sehr interessant, daher wollte ich das Buch gerne lesen.
Netter Weise hat mir der Verlag ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Da ich ehrlich sagen muss, auch wenn es sehr dick ist, finde ich den Preis schon viel. Ich denke, gekauft hätte ich es eher nicht. Umso froher bin ich, dass ich es nun lesen konnte, denn der Preis ist zwar hoch, aber die Geschichte ist wirklich, wirklich, wirklich unglaublich!

Stephen King und sein Sohn Owen haben hier einen gesellschaftskritischen Roman entworfen, dessen Hauptthema der Geschlechterkampf unserer Gesellschaft ist.

Wir lernen im Laufe der Handlung eine Menge Charaktere kennen, die natürlich alle völlig verschieden sind. Bei all den Personen könnte man schnell den Überblick verlieren, passiert aber nicht! Allerdings fand ich es schwer eine richtige Beziehung zu einzelnen Personen aufzubauen... Dafür waren es einfach zu viele.

Was für King wohl typisch sein soll (kann ich nicht beurteilen, wurde mir erzählt), ist die detaillierte Beschreibung der kompletten Handlung. Die Geschichte entwickelt sich langsam und jede einzelne Handlung wird wirklich bis ins kleinste Detail beschrieben.
Ich selbst mag sowas ja eigentlich total gerne, ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass dies einige an Kings Schreibstil stören könnte.
Ich fand jedenfalls, dass es trotz dieser langsamen Erzählweise, absolut keine Spannung verlor.

Was mir besonders gefallen hat, ist dass ich an keiner Stelle des Buches sagen konnte, was aus Stephen Kings Feder stammt und was aus der seines Sohnes! Meist kann man ja doch erkennen, welches Kapitel von wem stammt bei solchen gemeinsamen Projekten. Der Schreibstil scheint bei beiden nahezu identisch zu sein. Zumindest konnte ich nicht mit Sicherheit sagen, wer was geschrieben hat.

Das Ende hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht... Es war mir etwas zu harmonisch... Ich erwartete, etwas schockierenderes...
Ob der Roman mit den anderen King-Büchern mithalten kann, kann ich leider nicht beurteilen. Aber vielleicht greife ich nun doch mal, zu dem ein oder anderen King... :)

Dennoch ist die Grundidee alleine es schon wert dieses Buch zu lesen!
Hinzukommt dann eine tolle Geschichte mit verwirrenden Handlungssträngen und spannend mystischer Atmosphäre.
Wer mit der erwähnten Langsamkeit klarkommt, wird ein beeindruckendes Leseerlebnis geliefert bekommen.